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4. BAUEN IM KREIS EUSKIRCHEN nahme statisch nachgewiesen ist. Damit können Bauarbeiten z. B. für die Baugrube und für einzelne Bauteile (z. B. Fundamente) schriftlich gestattet werden. Die Teilbaugenehmigung berechtigt aber nur zur Ausführung der Arbeiten in den schriftlich festgelegten Teilbereichen. Die Baugenehmigung bedarf der Schriftform. Eine Ausfertigung der eingereichten Bauvorlagen wird mit einem Genehmigungsvermerk der Bauaufsichtsbehörde beigefügt. Die Baugenehmigung ist dem Bauherrn bekannt zu geben, indem sie ihm zugestellt oder gegen Empfangsbestätigung ausgehändigt wird. Jedem Bescheid können Nebenbestimmungen, Bedingungen, Auflagen, Vorbehalte oder Hinweise beigefügt werden, die von dem Bauherrn beachtet werden müssen. 4.11.4 Gültigkeitsdauer der Baugenehmigung Die Baugenehmigung und die Teilbaugenehmigung erlöschen, wenn nicht innerhalb von drei Jahren nach Zustellung mit der Ausführung des Bauvorhabens begonnen oder die Bauausführung länger als ein Jahr unterbrochen wurde. Auf schriftlichen Antrag kann die Frist jedoch jeweils bis zu einem Jahr verlängert werden. Hierfür fallen erneut Gebühren an; die Verlängerung einer einmal erloschenen Genehmigung ist nicht möglich. In diesem Fall muss ein neuer Bauantrag gestellt werden. 4.11.5 Baugenehmigungsgebühren Die Gebühren für die Baugenehmigung, die erforderlichen Prüfungen, Abnahmen usw. werden nach der Allgemeinen Verwaltungsgebührenordnung für das Land NRW erhoben. Sie richten sich nach der Höhe der Rohbausumme, die nach Richtwerten (landesdurchschnittliche Rohbaukosten) unabhängig von den Angaben des Bauherrn errechnet wird, in einigen Sonderfällen auch nach den Herstellungskosten. Gebührenpflichtig ist auch die Ablehnung oder Zurücknahme eines Bauantrages. 4.11.6 Baulasten/Baulastenverzeichnis Grundstücke sind oft ungünstig geschnitten, zu klein oder ohne Zufahrtsmöglichkeit. Hier hat der Bauwillige Schwierigkeiten, sein Wunschhaus entsprechend den gesetzlichen Vorschriften auf dem Grundstück unterzubringen. Dennoch gibt es in vielen Fällen die Möglichkeit, zum Ziel zu kommen. Zum Beispiel machen oft die auf den Grundstücken nicht unterzubringenden Abstandsflächen eines Gebäudes Schwierigkeiten. Sofern auf dem Nachbargrundstück Freifläche vorhanden und der Nachbar bereit ist, auf seinem Grundstück die fehlende Abstandsfläche zu übernehmen, kann nach Möglichkeit eine Baulast in das Baulastenverzeichnis eingetragen werden. Auf diese Weise ist es möglich, eine Baugenehmigung dennoch zu erlangen. Bei Problemen mit der Erschließung von Grundstücken sollten Sie sich individuell bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde beraten lassen. Bei Erwerb eines Grundstückes ist es ratsam, das bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde (Genehmigungsbehörde) geführte Baulastenverzeichnis einzusehen. 42/43


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