7. Bauen und Umwelt

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7. BAUEN UND UMWELT 7.1 Bauabfälle Ob Neubau, Umbau, Sanierung oder Abbruch: bei allen Baumaßnahmen fallen Abfälle in erheblichen Mengen an. Diese unterliegen verschiedenen abfallrechtlichen Bestimmungen, die bei der Entsorgung beachtet werden müssen. Wichtig ist die Trennung der verschiedenen Abfallfraktionen. Ziel der Trennung ist, einen möglichst großen Anteil der Abfälle zu verwerten. Da die Verwertung in der Regel kostengünstiger ist als die Beseitigung, sind durch konsequente Trennung oft Kostenminimierungen zu erzielen. Folgende Fraktionen sollten getrennt erfasst werden: ƒƒHolz ƒƒMetall ƒƒsauberer Bauschutt (Beton, Ziegel, Fliesen, Keramik) ƒƒ Glas ƒƒVerpackungen ƒƒschadstoffhaltige (gefährliche) Abfälle („Sonderabfälle“) Abfälle, die keiner dieser Fraktionen zugeordnet werden können, werden in der Regel als Baumischabfälle erfasst. Schadstoffhaltige Abfälle sollten nicht in diese Mischfraktion gelangen. Es kann sich auch lohnen, weitere Fraktionen, z. B. Papier und Pappe oder Styropor, gesondert zu sammeln. Um eine Trennung der genannten Fraktionen zu ermöglichen, können kontrollierte Baumaßnahmen erforderlich sein. Häufig wird ein geplanter, schrittweiser Rückbau notwendig. Daher ist es sinnvoll, abfallwirtschaftliche Überlegungen frühzeitig in die Planung mit einzubeziehen. Wichtiger Hinweis: Das Verbrennen von Abfällen auf der Baustelle ist grundsätzlich verboten und wird mit einem Bußgeld geahndet! Bei Abbrüchen muss darauf geachtet werden, dass vor Beginn der Arbeiten keine anderen Abfälle (z. B. Hausmüll, Sperrmüll) mehr im Gebäude sind. Zu achten ist hierbei z. B. auch auf die Beleuchtung – Leuchtstoffröhren sind so auszubauen, dass sie nicht zerbrechen und als Sonderabfall zu entsorgen. So kann sichergestellt werden, dass die in ihnen enthaltenen Quecksilber-Dämpfe nicht in die Umwelt gelangen. Für alle anfallenden Abfälle gilt der Vorrang der schadlosen Verwertung vor deren Beseitigung. Abfälle, die nicht verwertet werden können sind ordnungsgemäß zu beseitigen. Abfälle zur Beseitigung sind entsprechend der Abfallsatzung des Kreises dem Kreis Euskirchen zu überlassen. Eine Beseitigung in anderen Anlagen ist nur gestattet, wenn die Annahme durch den Kreis nicht möglich ist. Ein häufiger Abfall bei Bau- und Abbruchvorhaben ist asbesthaltiges Material, meist in Form von Eternitplatten. Asbesthaltige Abfälle sind als gefährliche Abfälle über dafür zugelassene Anlagen zu entsorgen. Beim Umgang mit Asbest sind verschiedene Sicherheitsregeln zu beachten. Da die Gefahr beim Umgang mit Asbest auf sehr feine Fasern zurückzuführen ist, sollten asbesthaltige Abfälle feucht gehalten werden. So wird verhindert, dass die Abfälle stauben und sich die Fasern in der Luft verteilen. Für den Umgang mit asbesthaltigen Stoffen sollte eine Fachfirma beauftragt werden. Achtung: Die Wiederverwendung von asbesthaltigen Materialien sowie das Inverkehrbringen zum Zweck der erneuten Verwendung sind durch chemikalienrechtliche Bestimmungen verboten! Ein Verstoß gegen das Verbot kann strafrechtlich verfolgt werden. Für private Bauherren ist es in der Regel einfacher, wenn die Abfallentsorgung durch den Bauunternehmer organisiert wird. Vergessen Sie jedoch nicht, dass Sie als Bauherr trotzdem für die korrekte Entsorgung verantwortlich sind. Insbesondere wenn viele Firmen auf der Baustelle arbeiten, kann es sinnvoll sein, alle Beteiligten © MG / www.pixelio.de vertraglich zur Abfallsortierung zu verpflichten.


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