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Euskirchen_61_03

7. BAUEN UND UMWELT ƒƒGeschlossene Abwassersammelgruben mit regelmäßiger Entleerung durch die zuständige Stadt bzw. Gemeinde in Ausnahmefällen (bei Neubauvorhaben ist die Zustimmung der Stadt- bzw. Gemeinde auf jeden Fall notwendig) Die grundstückseigenen Kläranlagen (ausgenommen Abwassersammelgruben) entsprechen in der Regel der DIN 4261 bzw. der DIN 12566 Teile 1 und 3 und erfüllen somit die Ablaufparameter der Abwasserverordnung. Viele sog. vollbiologische Kleinkläranlagen besitzen ein Prüfzeichen oder eine Bauartzulassung. Gleiches gilt auch für Pflanzenkläranlagen. Sofern keine Prüfzeichen oder Bauartzulassungen bestehen, müssen für solche Anlagen Einzelgenehmigungen erteilt werden, was mit einem erhöhtem Aufwand und auch erhöhten Gebühren verbunden ist. Die mit der Abwassereinleitung verbundene Gewässernutzung (auch Grundwasser) ist erlaubnispflichtig. Die Genehmigung und die Erlaubnis können bei meiner Abteilung 60.2 Untere Wasserbehörde beantragt werden. In Wasserschutzgebieten sind insbesondere die unterschiedlichen Forderungen in den Wasserschutzgebietsverordnungen zu beachten. Die Anträge sind über die Gemeinden der Wasserbehörde vorzulegen. Eine frühzeitige Abstimmung mit der Behörde hat sich auch hier stets bewährt. Niederschlagswasserbeseitigung auf dem eigenen Grundstück Gemäß nordrhein-westfälischem Landeswassergesetzes ist gesetzlich vorgeschrieben, dass Niederschlagswässer von Grundstücken, die nach dem 1.1.1996 erstmals bebaut, befestigt oder an die öffentliche Kanalisation (Schmutz- oder Mischwassersystem) angeschlossen werden, vor Ort zu versickern, zu verrieseln oder ortnah in ein Gewässer einzuleiten sind. Die Versickerung in den Untergrund und die Ableitung in ein Gewässer sind aus der Sicht des Gesetzgebers gleichwertig. Vom Gesetzgeber sind die Städte und Gemeinden jedoch mit entsprechenden Ausnahmeregelungen ausgestattet worden. Es ist daher angebracht, die Frage der eigenständigen Niederschlagswasserbeseitigung vorab mit der hierfür zuständigen Stadt bzw. Gemeinde zu erörtern und erst bei entsprechender Zustimmung einen Erlaubnisantrag bei der Unteren Wasserbehörde (Kreis Euskirchen) zu stellen. Sofern die zuständige Stadt bzw. Gemeinde ihre Zustimmung nicht erteilt, wäre ein entsprechender Erlaubnisantrag negativ zu bescheiden, was letztendlich immer mit nicht notwendigen Kosten verbunden ist (Erstellung Erlaubnisantrag und Bearbeitungsgebühr). Stimmt die Gemeinde einer gesonderten Niederschlagswasserbeseitigung zu, kommen für den Bereich von Wohngrundstücken folgende dezentrale (grundstücksbezogene) Anlagen in Frage: ƒƒFlächenversickerung über „belebte Bodenzonen“ (die Flächenversickerung ist auch für ungesammeltes Niederschlags¬wasser eine geeignete Beseitigungsform, wenn die Gemeinwohlverträglichkeit vom Grundstückseigentümer gegenüber der zuständigen Behörde nachgewiesen wird) ƒƒMuldenversickerung oder Mulden-Rigolenversickerung über „belebte Bodenzone“ ƒƒRigolenversickerung ƒƒVersickerungsbecken mit „belebter Bodenzone“ ƒƒSchachtversickerung ƒƒEinleitung in einen Bachlauf Die Reihenfolge der Versickerungsarten von oben nach unten betreffend Einleitung in Richtung Grundwasser ist zwar eine ökologische Rangfolge, jedoch nicht zwingend. Die mit © Rainer Sturm / www.pixelio.de Mikroorganismen „belebte“ Bodenzone be


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