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7. BAUEN UND UMWELT 52/53 sitzt ein gutes Reinigungs- und Rückhaltevermögen, so dass die im Regenwasser in teils geringer Menge enthaltenen Schmutzstoffe zurückgehalten und biologisch abgebaut werden können. Um eine Beeinträchtigung des Wasserhaushalts soweit wie möglich zu beschränken, wird die Untere Wasserbehörde dort, wo es aus topographischen, geologischen Gegebenheiten oder aus Platzgründen möglich ist, eine Schachtversickerung keinesfalls favorisieren. Aus ökologischen Erwägungen sollte der Sickerschacht nur dann vorgesehen werden, wenn keine Alternative möglich ist. Die „ungezielte Einleitung“ von Regenwasser über die „belebte Bodenzone“ (die o. g. Flächenversickerung ohne bauliche Anlagen der Versickerung wie z. B. Aushebung einer Geländemulde) in den Untergrund stellt keine Gewässerbenutzung im wasserrechtlichen Sinne dar, da es an einer gezielten Einleitung fehlt. Eine wasserrechtliche Erlaubnis ist folglich für die Flächenversickerung nicht erforderlich, jedoch sollte der Grundstückseigentümer gegenüber der zuständigen Behörde nachweisen, dass diese Beseitigung der Niederschlagswasserbeseitigung gemeinwohlverträglich ist, folglich Dritte auch nicht beeinträchtigen. In den anderen Fällen ist rechtzeitig ein wasserrechtlicher Erlaubnisantrag bei meiner Abteilung 60.2 Untere Wasserbehörde zu stellen (nach vorheriger Abstimmung mit der zuständigen Kommune). Bei den erlaubnispflichtigen Regenwasserversickerungsanlagen muss der Nachweis über die Eignung des Untergrundes Bestandteil des wasserrechtlichen Erlaubnisantrages sein (geohydrologisches Gutachten). Bei allen Maßnahmen der Niederschlagswasserbeseitigung, auch bei der Flächenversickerung, ist grundsätzlich vorab die Zustimmung der betreffenden Gemeinde einzuholen bzw. Einvernehmen herzustellen. Die zuständige Untere Wasserbehörde bei der Kreisverwaltung Euskirchen berät Sie gerne über die weitere Vorgehensweise. I. Wasserversorgung Es gehört heute zum Standard im Wohnungsbau, die einzelnen Wohnungen mit Trink- und Brauchwasser zu versorgen. Die öffentliche Wasserversorgung wird in der Regel von den Städten und von den Wasserversorgungsträgern sicher gestellt. Allen Trägern ist gemein, dass sie in ihren Satzungen und Ordnungen den Anschluss- und Benutzungszwang an die öffentliche Wasserversorgungsleitung vorgeschrieben haben. Zukünftige Bauherren sollten das umfangreiche Beratungsangebot der Wasserversorgungsunternehmen nutzen. Dabei können Einzelheiten des Leitungsanschlusses wie z. B. Anschlusspunkt, Leitungsführung auf dem Baugrundstück, Fragen zur Wasseruhr und zur Wasserhärte etc. geklärt werden. Baugrundstücke ohne Anschlussmöglichkeiten an das öffentliche Wassernetz erfordern eine private, grundstückseigene Versorgung. Hierzu kommt ausschließlich die Nutzung von Quell- oder Grundwasser in Frage. Tiefbrunnen ergeben in der Regel eine bessere Wasserqualität als die oberflächennahen Wasservorkommen. Bei ungenügender Rohwasserqualität ist eine Aufbereitung zu Trinkwasser z. B. durch Entkeimung (Chlorung, Ozonbehandlung etc.), Entsäuerung, Enthärtung vorzunehmen.


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