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7. BAUEN UND UMWELT Energieeinsparmöglichkeiten In einem Einfamilienhaus ist die Raumheizung bei weitem der größte Energieverbraucher: Etwa 80% des Gesamtenergieverbrauchs eines Haushalts wird für den Raumwärmebedarf benötigt; der übrige Teil entfällt auf die Warmwasserbereitung, Haushaltsgeräte, Licht usw. Der Raumwärmebedarf hängt zum einen vom Wärmeschutz des Gebäudes und zum anderen von der Effektivität der Heizanlage ab. Mit einem Inkrafttreten der EnEV 2013 ist ab Januar 2014 zu rechnen. Hiernach ist der Niedrigenergiehausstandard für Neubauten vorgeschrieben. Dabei wird die Effizienz der Anlagentechnik in die Betrachtungen einbezogen. Wärmedämmung Es sollten nicht nur Aspekte des Energiesparens und der Wirtschaftlichkeit bei der Beurteilung von Dämmstoffen eine Rolle spielen, vielmehr sollte auch die gesundheitliche Unbedenklichkeit, die mit der Herstellung und Entsorgung der Dämmstoffe verbunden ist, berücksichtigt werden. Ökologische Dämmstoffe sind z. B.: ƒƒZellulose-Dämm-Material: Zellulose-Dämm-Material wird aus Altpapier hergestellt und in Hohlräume geschüttet, eingeblasen oder eingespritzt. Ein relativ preiswerter, ökologisch unbedenklicher Baustoff. Das Einblasen von Zellulose in Hohlräume kann nur durch Fachfirmen erfolgen, während das Aufbringen als lose Deckenschüttung auch in Eigenleistung durchgeführt werden kann. ƒƒ Holzwolle-Leichtbauplatten: Holzwolle-Leichtbauplatten besitzen lediglich mäßige Dämmeigenschaften und erfordern daher vergleichsweise große Wanddicken. Soweit sie nicht im Verbund mit Schaumkunststoffen hergestellt werden, sind sie wieder verwendbar und biologisch abbaubar. ƒƒ Blähperlite, Blähton: Mineralische Dämmstoffe mit mittleren Dämmeigenschaften. Sie sind geeignet für Dämmschüttung, z. B. unter Estrich. ƒƒ Leichtlehm: Ein Lehm-Stroh-Gemisch mit mäßigen Dämmeigenschaften. Daher sind auch hier große Wanddicken erforderlich. Unter ökologischen und gesundheitlichen Gesichtspunkten ist Leichtlehm ein hervorragender Baustoff, der auch gut in Selbsthilfe verbaut werden kann. ƒƒ Kork, Blähkork: Kork wird aus dem Mittelmeerraum importiert. Das durch heißen Wasserdampf expandierte Korkgranulat wird zu großen Blöcken zusammengebacken, aus denen dann die Dämmplatten geschnitten werden. Als Bindemittel werden korkeigene Harze benutzt. Blähkork ist zur Dämmung an sämtlichen Wand- und Dachflächen geeinet und besitzt gute Dämmeigenschaften. Der Wärmeverlust durch Fenster und andere Verglasungen kann bis zu einem Drittel des gesamten Wärmeverlustes eines Gebäudes ausmachen. Daher ist der Einbau von hoch wärmedämmendem Mehrscheiben-Isolierglas empfehlenswert. Neben dem Dämmen sollten man bei Neu- und Altbau auch nicht vergessen, wirklich dicht schließende Haus-, Keller- und Wohnungstüren sowie Bodenluken einzubauen, so dass Kaltluftströme quer durchs Haus durch Winddruck und Auftrieb vermieden werden. Die Bedeutung einer hohen Luftdichtheit der Gebäudehülle bedarf besonderer Sorgfalt bei der Ausführung von Innenputz, Folienschichten und Leichtbauteilen. Wie dicht ein Haus ist und wo noch Löcher verborgen sind, kann durch Luftdichtheitsmessungen festgestellt werden. © Rainer Sturm / www.pixelio.de


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